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Samstag, 1. September 2007

So’n Pech!


Manchmal ist Gott doch gerecht: Hatte sich noch 1998 Senator Craig ganz besonders über Bill Clinton empört - Präsident Bill Clinton, befand Craig angesichts des Lewinsky-Skandals, sei «ein ekliger Junge», den aus dem Amt zu entfernen Sitte und Moral verlangten – jammert der offizielle Schwulenhasser Larry Craig nun um Verständnis, nachdem er auf einem Airport-Klo ausgerechnet einen Undercover-Cop zum ficken anbaggerte.
Es ist immer das selbe: Je christlicher und rigider die Moralapostel auftreten, desto heuchlerischer sind sie! Sie konnten noch in den 90ern ein ganzes Land in Aufruhr versetzen, weil Bill Clinton EINVERNEHMLICHEN heterosexuellen Oralverkehr hatte. Ein Amtsenthebungsverfahren, das Hunderte Millionen Dollar kostete und den Präsident am Arbeiten hinderte, war doch tatsächlich die Folge. Penauts dagegen was der Republikaner Bush anschließend tat:
Pausenlos lügen, daß sich die Balken biegen, Kriege anzetteln, die die Welt ins Chaos stürzen und Hunderttausende Tote verursachen, Amerikas Ansehen in der Welt komplett ruinieren oder auch ein ökonomisches Desaster anrichten – all das ist natürlich kein Grund an ein Amtsenthebungsverfahren zu denken – ist ja auch wesentlich harmloser, als sich mal einen blasen zu lassen.
Aber zum GOTT SEI DANK BALDIGEN Ende der Bush-Präsidentschaft poppen sich die Repse lustigerweise selbst ins Aus:
Da gab es den Abgeordneten Mark Foley, der männlichen Pagen schlüpfrige Pimmel-E-Mails sandte, Ted Haggard, der Vorstand der National Association of Evangelicals, der sich von einem männlichen Prostituierten bedienen ließ, Bob Allen, republikanischer Abgeordneter in Florida, der bei der Bitte nach Oralsex versehentlich an einen Polizisten geriet, und James Guckert alias Jeff Gannon, der einen "Begleit-Service" für Männer betrieb und vom Weißen Haus einen Presseausweis bekam, weil er immer so nette Fragen an George W. Bush stellte. Glenn Murphy Jr., der Vorsitzende der GOP-Jugendorganisation Young Republicans, trat von allen Ämtern zurück, nachdem er einen 22-jährigen Mann sexuell genötigt hatte. Senator David Vitter aus Louisiana steht auf der Kundenliste der Washington Madam, des bekanntesten Bordells in Washington. In South Carolina musste der Staatspolitiker Thomas Ravenel als Wahlkampfleiter des republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain zurücktreten, nachdem er offenbar Kokain geschnupft hatte. In North Carolina erwischte die Polizei im Juni den republikanischen Kirchenmann und Sittenwächter Coy Privette einer Prostituierten.
"Als die Nachricht von Senator Craig die Runde machte, forderten manche Republikaner seinen Rücktritt — andere wollten seine Telefonummer haben", spottete der Late-Night-Talker Dave Letterman. Der einzige Republikaner, der wenigstens bloß gegenüber Frauen anzüglich wird, ist Arnold Schwarzenegger. "Die Republikaner müssen ihr Haus in Ordnung bringen — auch die Toilette", donnerte das Wall Street Journal.
Von den GOP-Sittenwächtern erwarten die Amis offenbar inzwischen so wenig, daß ernsthaft Fred Thomson als Kandidat derzeit gute Chancen hat. Dem US-Publikum ist es schon immer schwer gefallen, seine Hollywoodstars von den Kunstfiguren zu trennen, die sie auf der Leinwand porträtieren.
Reagan, Schwarzenegger,...da kann eben auch Thomson mit seiner Rolle als zackiger Oberstaatsanwalt der TV-Serie „Law & Order“ bestens punkten. Um als Präsidentschaftskandidat in Frage zu kommen, musste er sich auch nicht mit Nebensächlichkeiten, wie Politik oder Kompetenz abgeben. Ein knallhartes Image und einer der wenigen Repse zu sein, der nicht beim Rumschwulen erwischt wurde, reicht als Qualifikation.
Fürs Präsidentenamt zu kandidieren, ohne wirklich zu kandidieren, war ein genialer Trick. So kam er selbst mit rhetorischen Knallfröschen davon, die ihm sonst sofort um die Ohren geflogen wären. Etwa, dass die Klimakrise nichts mit SUVs zu tun habe: "Etliche Planeten in unserem Sonnensystem scheinen sich zu erwärmen, darunter Pluto." Oder dass das Massaker an der Virginia Tech University hätte verhindert werden können, wenn alle Studenten Pistolen getragen hätten: "Durchschnittsamerikaner waren immer schon die vorderste Front gegen Kriminalität." Kritik war da sinnlos - denn dann hätten die Rivalen ihn ja als ernstzunehmende Gefahr anerkannt. Die Amis sind ohnehin völlig verwirrt darüber was sie wollen und ob sie überhaupt irgendetwas wollen.

Dazu schrieb die WELT gestern:

Die Republikaner rätseln. Beim Duell Rudy Giuliani gegen Hillary Clinton liegt Clinton nur Kopf an Kopf, manchmal sogar hinter ihm. Barack Obama hingegen erzielt einen Vorsprung bis zu zehn Prozent. Fast zwei Drittel der Amerikaner sind mit der Grundrichtung der US-Politik derzeit unzufrieden. Der frühere Bürgermeister von New York dürfte keine Chance haben. Gegen Hillary hat er aber eine. Warum? Obama sagt, Hillary sei „Bush-Cheney light“. Er bezieht das auf ihre Position zum Irak. Eigentlich indes meint er: Clinton steht für „Weiter so“, für Bush-Clinton-Bush-Clinton im Weißen Haus. Aber will Amerika wirklich einen neuen Anfang? Im Juli gab die „New York Times“ eine Umfrage zum Irak in Auftrag. Die Redaktion sah das Resultat und verlangte, die Erhebung zu wiederholen. Das Ergebnis war dasselbe. Die Zahl derer, die den Sturz Saddams richtig fanden, stieg seit April von 35 auf 42 Prozent. Die Zahl derer, die den Entschluss für falsch hielten, sank von 61 auf 51 Prozent. Bushs potenzielle Nachfolger fragen sich, was zu tun sei. Die Spitzenbewerber würden alle Hoffnung fahren lassen, wenn sie sich sicher wären, dass Bushs Partei verspielt hat. Sie sind es aber nicht. Sie sehen die Zahlen zum Irak-Krieg, und sie sehen eine andere Zahl: 57 Prozent der Wähler betrachten ihre private Lage als gut. Nur 23 Prozent glauben, das gelte auch für die US-Wirtschaft. Die Substanz ist solider als die Auffassung. Die Republikaner testen die Wasser. Mitt Romney sagte Anfang August, ein Abzug aus Irak „ist, was wir erhoffen“. Derzeit verteidigen er und alle Bewerber außer Ron Paul wieder Bush. Der Zickzackkurs hat den Grund, dass 60 Prozent der Republikaner den Irak-Krieg für richtig halten. In New Hampshire hingegen, wo Romney von Abzug sprach, gibt es viele Unabhängige. Die würden zu 50 Prozent einen Bush-Kritiker wählen. Romney zeigt ihnen, dass er flexibel wäre. Er testet auch sonst die Stimmung. Zum Antiterrorkampf ließ er mal verlauten, es sei „Unsinn, Milliarden Dollar für die Jagd nach einem Mann auszugeben“, nämlich Osama Bin Laden. Dann rief er bei einer TV-Debatte, er sei „glücklich, dass es Guantánamo gibt. Man muss es verdoppeln!“ Romney testet das Echo. Seine endgültige Position behält er für sich.

Schön so eine Demoskopokratie.
Irgendwie beim Wähler anzukommen, ohne daß man Positionen bezieht. Hauptsache an die Macht kommen und dann rumwurschteln so wie es die Lobby wünscht.

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